Drei Allgäu-Seilbahnen im Vergleich: Hornbahn, Hörnerbahn und Söllereckbahn

Wer in den Alpen zum Skifahren oder Wandern zügig hoch hinaus will, kommt um eine Fahrt mit einer Seilbahn nicht herum. Die Seilbahnen der drei Allgäuer Bergregionen Bolsterlang, Hindelang und Söllereck transportieren ihre Fahrgäste in geschlossenen Kabinen vor Wind und Wetter gut geschützt auf die jeweiligen Bergstationen. Die umfangreich modernisierte und im Sommer 2021 wiedereröffnete Söllereckbahn kann dabei mit besonders großzügigen Kabinen überzeugen.

Die bayerischen Alpen ermöglichen Urlaubern zu jeder Jahreszeit reizvolle Aussichten mit hohem Erholungs- und Freizeitwert. Um die Zeit am Berg bestmöglich zu nutzen, ist die Fahrt mit einer Seilbahn nicht nur eine zeitsparende Angelegenheit, sondern natürlich auch eine willkommene Attraktion, um den Blick über das sich bietende Gebirgspanorama schweifen zu lassen und zu entspannen. Elegant geht es in wenigen Minuten über Steilhänge und Pisten zur Bergstation, wofür man bei einem Aufstieg zu Fuß je nach persönlicher Kondition oft mehrere Stunden benötigen würde. An schönen Tagen sind vor allem in den Ferienzeiten mehr Besucher unterwegs, so dass die Seilbahnen besonders oft genutzt werden. Daher ist auch die Leistungsfähigkeit der Seilbahnen wichtig, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Wir haben uns angesehen, was die drei Seilbahnen Hornbahn, Hörnerbahn und Söllereckbahn bieten und vor allem, wie sich die Fahrtpreise im Jahr 2021 gestalten.

Alpenpanoramablick nach Oberstdorf vom Bolsterlanger Horn.
Alpenpanoramablick nach Oberstdorf vom Bolsterlanger Horn.

Söllereckbahn mit modernen 10er-Kabinen

Wer die alte Söllereckbahn vor der Modernisierung besuchte, musste vom Parkplatz noch einige Hundert Meter entweder zu Fuß oder über ein Förderband bergaufwärts zurücklegen, um zur Talstation zu gelangen. Besonders Skifahrern war das ein Dorn im Auge, denn die schmalen Förderbänder waren nicht sonderlich komfortabel und bei Glätte zudem rutschig. Seit Juli 2021 ist damit endgültig Schluss. Komfortabel geht es direkt ab dem Parkplatz hinauf zur Mittelstation und von dort zur Bergstation. Und das in sehr großzügig bemessenen geschlossenen Kabinen mit einer Kapazität von bis zu 10 Personen. Insgesamt stehen 71 Kabinen zur Verfügung, die 2400 Fahrgäste pro Stunde befördern können. Die neue Söllereckbahn fährt dabei mit einer Geschwindigkeit von 6 Metern pro Sekunde. Gerade in Zeiten von Corona punkten die neuen großzügigen Kabinen nicht nur mit einem deutlichen Plus an zur Verfügung stehender Fläche, sondern auch mit einer Kabinenhöhe, die spürbar mehr Platz bis zur Decke bietet als beispielsweise die Hörnerbahn in Bolsterlang oder die Hornbahn in Hindelang.

Die im Juli 2021 modernisierte Söllereckbahn bietet komfortable 10er-Kabinen, die pro Stunde bis zu 2400 Fahrgäste befördern.
Die im Juli 2021 modernisierte Söllereckbahn bietet komfortable 10er-Kabinen, die pro Stunde bis zu 2400 Fahrgäste befördern.

Mehr Komfort, höherer Preis

Mit ihrer Modernisierung erfährt die Söllereckbahn vor allem bei Wintersportlern eine Aufwertung, denn die neuen Einstiegsmöglichkeiten minimieren den Aufwand, zügig auf den Berg zu kommen und das zu tun, wofür man letztlich gekommen ist: Ski- und Snowboardfahren. Auch Wanderer profitieren von den besseren Transportbedingungen und müssen sich im Vergleich zur Hornbahn und zur Hörnerbahn auf ein neues Preisgefüge einstellen: 18,50 Euro kostet entweder eine Berg- oder Talfahrt für Erwachsene (Jahrgang 1961 bis 2002) und Kinder der Jahrgänge 2005 bis 2014 liegen bei 9 Euro. Eine Berg-Talfahrt-Kombination wird für Erwachsene mit 22,50 Euro und für Kinder mit 10,50 Euro berechnet. Für Senioren, Jugendliche, Schulklassen und Hunde bietet der Betreiber jeweils eigene Transportkonditionen an. Leider vermisst man einen eigenen Familientarif. Für Wintersportler bestehen separate Tarife.

Seilbahnimpressionen Söllereckbahn, Hörnerbahn und Hornbahn.

Hindelanger Hornbahn am günstigsten im Preisvergleich

Hinzu kommt am Söllereck eine Parkplatzgebühr von 9 Euro. Allerdings werden bei Nutzung der Söllereckbahn 5 Euro direkt wieder gut geschrieben, so dass unter dem Strich eine Parkplatzgebühr von 4 Euro zu bezahlen ist. Die Hornbahn in Hindelang und die Hörnerbahn in Bolsterlang punkten hier mit kostenfreien Parkmöglichkeiten und auch bei den Transportkonditionen für Berg- und Talfahrten sind sie im Direktvergleich spürbar günstiger: Eine Familie mit einem Kind fährt beispielsweise für 24 Euro zur Bergstation der Hindelanger Hornbahn. Bei der Söllereckbahn werden 40 Euro zuzüglich 4 Euro Parkplatzgebühr, also 44 Euro, fällig. Wer in dieser Konstellation mit der Hörnerbahn zur Bolsterlanger Bergstation fahren will, bezahlt beim Familienticket im Sommertarif 39 Euro. Spezielle Gästekarten wie die Allgäu-Walser-Karte oder die Bad Hindelang Plus-Karte ermöglichen zum Teil kostenlose bzw. rabattierte Berg- und Talfahrten. Hierauf sollten Besucher speziell achten, um nicht von den Fahrtkosten überrascht zu werden.

Mit der Hindelanger Hornbahn erschließt man sich zu jeder Jahreszeit eine wunderbare Bergwelt. Wanderer und Biker sind willkommen. Im Winter ist bei entsprechender Schneesituation Winterrodeln möglich. Für Ski- und Snowboardfahrer ist dieser Berg jedoch nicht vorgesehen.
Mit der Hindelanger Hornbahn erschließt man sich zu jeder Jahreszeit eine wunderbare Bergwelt. Wanderer und Biker sind willkommen. Im Winter ist bei entsprechender Schneesituation Winterrodeln möglich. Für Ski- und Snowboardfahrer ist dieser Berg jedoch nicht vorgesehen.

Preisvergleich und Nutzungsart

Hornbahn HindelangHörnerbahn BolsterlangSöllereckbahn
24 Euro39 Euro44 Euro
720 Fahrgäste pro Stunde1620 Fahrgäste pro Stunde2400 Fahrgäste pro Stunde
Wandern, Biken, RodelnWandern, Gleitschirmfliegen, Mountaincarts, Ski- und Snowboard, RodelnWandern, Ski- und Snowboard, Rodeln, Sommerrodelbahn
Verglichen wird eine Bergfahrt mit zwei Erwachsenen (Jahrgang 1961 bis 2002) und einem Kind (Jahrgang 2005 bis 2014) inklusive Parkplatzgebühren im Sommertarif 2021.
Besonders hoch hinaus geht es mit der Bolsterlanger Hörnerbahn. Sie bringt die Fahrgäste auf eine Höhe von 1700 Metern.
Besonders hoch hinaus geht es mit der Bolsterlanger Hörnerbahn. Sie bringt die Fahrgäste auf eine Höhe von 1700 Metern.

Fazit

Die Söllereckbahn kann mit ihrem rundum modernisierten und sehr komfortablen Kabinensystem punkten, das die Fahrgäste direkt ab dem Parkplatz transportiert. Im Vergleich dazu sind die Seilbahnkabinen in Hindelang und Bolsterlang spürbar kleiner und transportieren weniger Fahrgäste pro Stunde, was im hochfrequenten Winterbetrieb bei der Söllereckbahn weniger Wartezeit zur Folge haben dürfte. Dafür sind Horn- und Hörnerbahn jedoch günstiger. Im Gegenzug sollten die Betreiber der Söllereckbahn einen Familientarif einführen, der rabattierte Konditionen bietet. Alle drei Berggebiete haben ihren individuellen Reiz, spezielle Nutzungsarten (z.B. Gleitschirmfliegen in Bolsterlang, Bike-Park in Hindelang oder Sommerrodelbahn am Söllereck) und bieten ihren Besuchern zu jeder Jahreszeit ein wunderbares alpines Naturerlebnis.

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