Test: Smart Home mit dem FIBARO Roller Shutter 3

Bewertung: 4 von 5.

Elektrische Rollladen sind eine Erleichterung im Alltag. Da ist es nur konsequent, wenn diese auch ins eigene WLAN eingebunden und somit übers Smartphone zentral gesteuert werden können. Bei der Entscheidung, welches Steuermodul zum Einsatz kommt, ist besonders darauf zu achten, welche Schnittstellen angeboten werden. Zu nennen wäre insbesondere die Kompatibilität zu Amazon Alexa, Google Assistant und Apple HomeKit, die auch eine zeitgemäße und praktische Sprachsteuerung ermöglichen. Eine proprietäre Insellösung mit Steuerung über eine separate Anbieter-App macht bei einer Vielzahl von Smart Home-Komponenten, die inzwischen im Haushalt eingesetzt werden können, wenig Sinn. Hier kann der FIBARO Roller Shutter 3 aufgrund einer soliden Plattformanbindung über Homee überzeugen.

Der FIBARO Roller Shutter 3 nutzt den Z-Wave-Funkstandard. Über den fliederfarbenen Cube kann der Rollladenschalter an die Homee-Plattform angebunden und darüber flexibel gesteuert werden.
Der FIBARO Roller Shutter 3 nutzt den Z-Wave-Funkstandard. Über den fliederfarbenen Cube kann der Rollladenschalter an die Homee-Plattform angebunden und darüber flexibel gesteuert werden.

Installation und Verdrahtung des FIBARO Roller Shutter 3

Der FIBARO Roller Shutter 3 ist kompakt gebaut, so dass er sich gut in eine herkömmliche Hohlwanddose hinter einem Rollladenschalter einbauen und verdrahten lässt. Das hat den Vorteil, dass die Wand nicht weiter präpariert werden muss, um Platz zu schaffen. Zu eng wird es allenfalls, wenn man einen Doppelschalter mit jeweils einem FIBARO-Modul ausstatten will, um die beiden Rollos separat zu steuern, was je nach Sonnenstand und Tageslichtsituation durchaus Sinn ergeben kann. Die Verdrahtung ist nicht trivial und sollte daher von einem ausgebildeten Elektrofachmann durchgeführt werden. In jedem Fall sind vor der Verdrahtung die jeweiligen Sicherungen abzuschalten, so dass die Leitung spannungslos ist.

FIBARO nutzt Z-Wave Funkstandard

Der FIBARO Roller Shutter 3 nutzt den Z-Wave Funkstandard und kann über die Homee-Plattform mit einer sehr durchdachten und für viele individuelle Smart Home-Komponenten und Konstellationen ersonnenen Smartphone-App angesteuert werden. Benötigt wird allerdings weitere Hardware: Der Brain Cube (129 Euro) sowie der Z-Wave Cube (99 Euro). Beide sind derzeit zum Kombi-Preis von 199 Euro erhältlich. Mit weiteren Cubes wie dem Warema Cube können auch mehr Hersteller eingebunden werden, wie wir bereits in einem anderen unabhängigen Produkttest dargestellt haben. Die einzige Crux: Apple HomeKit wird vom Homee-System aktuell nur in der Beta-Version unterstützt. Wann Apple HomeKit voll unterstützt wird, ist nach derzeitigem Stand noch ungewiss.

Über die Homee-App wird der FIBARO Roller Shutter 3 gesteuert. Mit dem Schieberegler kann die Rolloöffnung flexibel und exakt in Prozentangaben eingestellt werden.

Unzuverlässigkeit bei Automatisierungen

Auf Ebene der einzelnen Rollladenschaltungen verrichten die Module die vorgesehene Aufgabe in unserem Test im Zusammenspiel mit der Homee-App und dem Somfy-Schalter tadellos. Leider kommt es bei der Automatisierung über die sogenannten Homeegramme jedoch zu einem merkwürdigen Verhalten: nicht immer werden alle für die Automatisierung selektierten Rollladen in die gewünschte Position gefahren, obwohl das System richtig programmiert wurde und sich alle Module in Reichweite des Z-Wave Cube befinden. In der Folge versucht Homee zwar die Rollladen zu öffnen oder zu schließen, der jeweilige Rollladen reagiert darauf jedoch nicht immer. Warum es zu diesem unregelmäßig auftretenden Fehlverhalten kommt und ob dafür Homee oder die FIBARO Roller Shutter 3 verantwortlich sind, konnte im Rahmen des Tests nicht ermittelt werden. Fakt ist, dass auch eine Programmierung über die Amazon Alexa-App zum gleichen Ergebnis geführt hat. Die Sprachsteuerung der Rollladen über die Amazon Alexa-App funktioniert dagegen sehr gut und zuverlässig.

Fazit

Der FIBARO Roller Shutter 3 ist mit knapp 42 Euro nicht ganz preisgünstig. Freilich gibt es weitere seriöse Alternativen am Markt wie zum Beispiel von Anbietern wie Homematic oder Shelly. Wer aber bereits eine Reihe von Smart Home-Komponenten über den Brain Cube von Homee betreibt, kann über den Z-Wave Cube den FIBARO Roller Shutter 3 elegant ins eigene Smart Home-Netzwerk einbinden. Mit Amazon Alexa und dem Google Assistant kann man die Rollladen über Sprachsteuerung kontrollieren. Über Apple HomeKit kann wie bereits eingangs erwähnt aufgrund des derzeitigen Beta-Stadiums von Homee bislang keine Sprachsteuerung der FIBARO Rollladenmodule über Siri erfolgen. Laut Homee soll dies derzeit nur über den HomePod möglich sein, was nicht getestet werden konnte. Diese Erweiterung wäre sehr zu wünschen, hängt aber insbesondere an Homee als Schnittstellenanbieter. Unter dem Strich ist der FIBARO Roller Shutter 3 trotz der unschönen Unzuverlässigkeit bei Automatisierungen eine gute Investition ins eigene Smart Home. Spätestens dann, wenn alle Rollos voll App-gesteuert eingebunden sind, wird man sich über die zahlreichen Möglichkeiten freuen, die die Homee-App bietet. In Verbindung mit weiteren Sensoren wie zum Beispiel Tür- und Fensterkontakten, Thermometern oder Regensensoren können nützliche “Wenn, dann”-Logiken implementiert werden, die mehr als nur ein nettes WLAN-vernetztes Spielzeug darstellen, das zudem weltweit online erreichbar ist.

Speziell für iPhone-Nutzer kann auch die Sprachsteuerung über die Amazon Alexa-App für iOS interessant sein, die Homee im Video vorstellt. Leider fehlt ein Hinweis darauf, warum Homee nur über den HomePod via Siri angesteuert werden kann und nicht auch über Siri auf dem iPhone und der Apple Watch.

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